Äthiopien

Alle Fakten über Äthiopien

Äthiopien liegt im östlichen Teil des Afrikanischen Kontinents und nimmt einen Grossteil des Horns von Afrika ein. Der Norden des Landes grenzt an Eritrea, der Westen an den Sudan und der Süden an Kenia und Somalia. Der Osten der Republik grenzt an das kleine Land Djibouti und wieder an Somalia.

Internationales Kennzeichen:

ETH

Geographische Lage:

zwischen 3°30 und 14°53 nördlicher Breite sowie 33° und 48° östlicher Länge

Landesfläche:

1.10 Millionen km²
25% Wald
13% Ackerland
40% Wiesen und Weiden

Ausdehnung:

N - S und W - O je 1600 km

Küsten:

Besitzt keine Küste

Hauptstadt:

Addis Abeba

Größte Städte:

Addis Ababa (ca. 2.112.700 Einwohner)
Dire Dawa (ca. 164.800 Einwohner)
Harar (ca. 131.100 Einwohner)
Nazret (ca. 127.800 Einwohner)
Gonder (ca. 112.200 Einwohner)

Gliederung:

Bundesstaat mit 9 Regionen und zwei Stadtregionen: Addis Abeba und Dire Dawa Woredas (Distrikte/Stadtbezirke) und Kebelen (Gemeinden, Stadtvierteln)

Geographisch Merkmale:

höchster Berg: Ras Dashen 4620 m

Beste Reisezeit:

Oktober bis Mai

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ + 2 (UTC + 3)

Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Boothstraße 20a
12207 Berlin
Sprechzeit: Botschaft nach telefon. Vereinbarung
Konsularabt. Mo, Di, Do 9-12.30 Uhr (Abholung von Visa auch von 13.30-17 Uhr)
Tel: (0 30) 77 20 60
Fax: (0 30) 772 06 24
Email: emb.ethiopia@t-online.de

Ethiopian Tourism Commission, Addis Abeba
Addis Abeba
Tel: (00251 1) 41 75 70
Fax: (00251 1) 51 38 99

Landessprache:

Amtssprache ist Amharisch. Außerdem werden semitische Sprachen (ca. 50 %) und kuschitische Sprachen (ca. 45 %) gesprochen, neben Englisch und Italienisch. Französisch und Arabisch dienen als Bildungs- und Handelssprachen.

Währung:

1 Äthiopischer Birr = 100 Cents

Den aktuellen Kurs finden Sie auf www.wechselkurse.de

Währungskürzel:

Br, ETB (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 10, 5 und 1 Birr
Münzen in den Nennbeträgen 50, 25, 10, 5 und 1 Cent

Kreditkarten:

MasterCard und Diners Club werden in größeren Hotels und Restaurants akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks:

k. A.

Bevölkerung:

61.100.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

53.9 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post: Briefe nach Europa benötigen etwa zwei Wochen Telegramme: Es sind internationale Anschlüsse in Büros und Hotels von Addis Abeba vorhanden.
Internet/E-Mail: Hauptinternetanbieter: ETC, es ist jedoch oft schwierig, eine Verbindung zu bekommen. Es gibt ein Internetcafé in Addis Abeba.
Mobiltelefon: GSM 900.
Netzbetreiber: Ethiopian Telecoms Authority (ETA), begrenzter Empfangs-/Sendebereich.

Strom:

220 V, 50 Hz

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00251

Öffnungszeiten:

Geschäfte: Mo bis Fr 8-12 und 13-16 Uhr (sehr variabel, oft gelten längere Öffnungszeiten).
Teilweise haben Geschäfte auch Samstagsvormittag geöffnet.
Banken: Mo bis Do 8-11 und 13-15 Uhr, Sa 8-12 Uhr

Staatsform:

Parlamentarische Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Zu den aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes >> hier

VISA:

Visum erforderlich. Notwendig ist dazu ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass. Antragsdauer ca. 10 Tage.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Boothstraße 20a
12207 Berlin
Sprechzeit: Botschaft nach telefon. Vereinbarung
Konsularabt. Mo, Di, Do 9-12.30 Uhr (Abholung von Visa auch von 13.30-17 Uhr)
Tel: (0 30) 77 20 60
Fax: (0 30) 772 06 24
Email: emb.ethiopia@t-online.de

Embassy of the Federal Republic of Germany, Addis Abeba
Khabana, Woreda 12, Kebele 20 Addis Abeba
Tel: (00251 1) 55 04 33
Fax: (00251 1) 55 13 11
Email: german.emb.addis@telecom.net.et
Homepage: www.deutschebotschaft-addisabeba.de 

Verwaltungsgliederung

Äthiopien ist seit 1998 nach ethnischen Kriterien in neun Bundesstaaten, die Hauptstadt Addis Abeba (Finfinne) sowie die Stadt Dire Dawa (von Oromiya und der Somali Region beansprucht) gegliedert. Die folgende Liste führt die Namen der einzelnen Bundesstaaten mit Angabe der Titularnation(en) auf.

1.) Tigray (Tigray)
2.) Amhara (Amharen)
3.) Benishangul-Gumuz (Berta, Gumuz, Shinasha)
4.) Gambela (Nuer, Anywak)
5.) Southern Peoples, Nations & Nationalities (Gurage, Sidama)
6.) Oromiya (Oromo veraltet: Galla)
7.) Somali Region (Ogaden) (Somali)
8.) Afar (Danakil) (Afar)
9.) Harar (Harer) (Aderi)

Geografie

Gebirge & Berge

Der Großteil des Landes wird vom Hochland von Abessinien [mit Ras Daschan Terara (4.620 m)] eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370 m ü. NN). Durch die Mitte von Äthiopien zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch (der hier auch Abessinischer Graben genannt wird). Auf der südöstlichen Seite schließt sich das Somali-Hochland an [mit Batu (4.307 m)].

Flüsse

Die wichtigsten Flüsse in Äthiopien sind der Akobo, der Awash, der Blaue Nil, der Genale, der Omo und der Tekeze.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Addis Abeba 2.757.807 Einwohner, Dire Dawa 252.347 Einwohner, Nazret 214.034 Einwohner, Bahir Dar 168.929 Einwohner, Gondar 153.942 Einwohner und Mekele 151.752 Einwohner.

Bevölkerung

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat. Obwohl südlich der Sahara gelegen, hat der überwiegende Teil der Äthiopischen Bevölkerung kulturell nur wenig mit Schwarzafrika gemein.

Historisch gelten die Amharen als das Staatsvolk. Obwohl Sie nur 30% der Bevölkerung stellen, hat sich Amharisch als Landessprache durchgesetzt und wird zumindest von der Stadtbevölkerung des gesamten Landes im täglichen Umgang benutzt. Mit den ihnen verwandten Tigray, die ca. 7% der Äthiopischen Bevölkerung ausmachen, siedeln sie traditionell als Bauern in den nördlichen Hochländern. Amharen und Tigray können unter dem amharischen Begriff Habesha zusammengefasst werden. Zum überwiegenden Teil sind sie Anhänger der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Eine kleine Minderheit sind Muslime, die Minderheit jüdischen Glaubens (Falascha) ist mittlerweile komplett nach Israel ausgewandert.

Die Zahlenmäßig größte Ethnie bilden allerdings die Oromo, die eine Kuschitische Sprache sprechen (Die früher für die Oromo gebrauchte Bezeichnung Galla gilt heute als abwertend und sollte vermieden werden). Sie stellen über 40 % der Bevölkerung Äthiopiens und hängen dem Islam, oft aber auch der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche an. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über den Süden, Osten und Westen des Landes. Die muslimische Bevölkerung der Stadt Harer wird Aderi genannt und hat aus historischen Gründen eine eigene linguistisch-kulturelle Identität. Die bedeutsamsten anderen ethnischen Gruppen Äthiopiens sind die Somali, Afar, Gurage, Sidama und Agaw. In den Regionen im Westen und Südwesten des Landes leben noch zahlreiche Nilotische und Omotische Ethnien, die zum Teil einen sehr urspünglichen Lebensstil bewahrt haben. Die bekanntesten unter ihnen sind die Mursi, Hamar und Nuer.

Das Äthiopische Christentum ist die historisch bedeutsamste Religion des Landes. Äthiopien gilt nach Armenien als zweitältester christlicher Staat der Erde. Die Religion folgt sehr archaischen Bräuchen und unterscheidet sich somit deutlich von den immer zahlreicher werdenden protestantischen Sekten, die gewöhnlich auf US-amerikanische Missionare zurückgehen und die sich gerade in den Städten zunehmend größerer Beliebtheit erfreuen. Nach neuesten Schätzungen ist der Islam mittlerweile die größte Religion des Landes. Im Vergleich zu den arabischen Staaten gilt der äthiopische Islam jedeoch als liberal. Die Stadt Harer gilt unter den äthiopischen Muslimen als heilig.

Geschichte

Das östliche Afrika gilt den meisten Forschern als Herkunft der Menschheit. Lange bevor es Schrift gab, oder eine Überlieferung, auf die wir uns heute beziehen können, gab es auf dem Gebiet des heutigen Äthiopiens Menschen. Überreste prähistorischer Menschen (Australopithecus afarensis) wurden in Äthiopien gefunden ("Lucy" 1974 im Gebiet der Afar-Nomaden).

Eines der größten Reiche der Welt in der Zeit der Antike war das nordäthiopische Reich von Axum (auch Aksum), das eines der ersten christlichen Königreiche der Welt war. Es beherrschte kurzzeitig auch Teile der südlichen arabischen Halbinsel. Ob zeitweilig auch Teile des heutigen Sudan südlich von Atbara unter axumitischer Herrschft standen, ist umstritten. Mit der Ausdehnung des Islam im 7. Jahrhundert wurde die äthiopische Christenheit vollständig vom Einfluss der europäischen Kirche abgeschnitten.

Die Portugiesen traten 1493 zum ersten Mal mit Äthiopien in Kontakt, überwiegend um ihre Herrschaft im Indischen Ozean zu festigen und den katholischen Glauben zu verbreiten. Ihre Strategie einer Bekehrung des gesamten Landes scheiterte jedoch ebenso wie 1543 der Eroberungsversuch muslimischer Stämme (Sultanat Adal und Galla) mit türkisch-osmanischer Hilfe ("Mohammedanersturm").

Im Zuge des Kolonialismus hatte sich Äthiopien immer wieder der Einflussnahme europäischer Mächte zu erwehren, zunächst unter Kaiser Tewodros der der Engländer, dann am Ende des 19. Jahrhunderts der der Italiener und ihrer Kolonie Eritrea. Trotz überlegener, moderner Waffen schlagen die Äthiopier 1896 die italienischen Invasoren zurück (Schlacht von Adua). Dies gilt als wichtiger Sieg einer afrikanischen gegen eine europäische Armee und ist somit fester Teil des äthiopischen Nationalbewusstseins geworden.

Auf die Sicherung der Unabhängigkeit folgt die Eroberung im Süden des heutigen Staatsgebietes. Diese neueroberten Gebieten fallen unter ein archaisch-feudales System der Landnahme. 1935 kommt es zu einem weiteren italienischen Angriff unter Mussolini (Italienisch-Äthiopischer Krieg bis 1936). Innerhalb kürzester Zeit fällt Addis Abeba, obwohl die italienische Armee zu keinem Zeitpunkt das ganze Land kontrollieren kann. Kaiser Haile Selassie wird vorübergehend vertrieben, kehrt aber 1941/42 mit britischer Hilfe zurück. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges erhält Äthiopien wieder seine Unabhängigkeit.

Anfang der 1970er Jahre gerät das Kaiserreich in eine schwere Krise. Die verarmten Bauern leiden unter den Abgaben an die Großgrundbesitzer, das aufstrebende Bürgertum Addis Abebas sieht sich in seinen politischen Entfaltungsmöglichkeiten eingeengt. Die Inflation in Folge der Dürrekatastrophe von 1973 und der Ölkrise löst in Äthiopien Massendemonstrationen von Studenten und Streikwellen aus. Schließlich revoltieren zu Beginn des Jahres 1974 ebenfalls Teile der äthiopischen Armee. Kaiser Haile Selassie wird am 12. September 1974 gestürzt. Das Militär bemächtigt sich schnell der Revolution, ein Militärverwaltungsrat übernimmt unter Führung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik.

Es folgen bald militärische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten. So wird 1977/1978 mit Unterstützung der Sowjetunion und Kubas eine Invasion des von den USA unterstützten Somalia abgewehrt. Aufgrund der übermäßigen Repression gegen die Zivilbevölkerung erhalten eritreische Separatisten immer mehr Zuspruch. 1984 gelangt Äthiopien durch eine Reportage des BBC-Fernsehens in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Über Jahre ausbleibende Niederschläge in der Sahelzone führen in zwanzig afrikanischen Ländern zu Missernten und Hungersnöten. Auch wegen des anhaltenden Bürgerkrieges ist Äthiopien am schlimmsten von dieser Katastrophe betroffen.

1991 kollabiert das Regime schließlich. Unter der neuen Interimsregierung Meles Zenawis erlangt Eritrea im April 1993 nach fast dreißig Jahren Krieg die Unabhängigkeit. Grenzstreitigkeiten und vermutlich auch ökonomische Zwiste führen 1999 jedoch erneut zum Krieg der beiden Länder, den Äthiopien zwei Jahre später unter großen Verlusten für sich entscheiden kann. Derzeit überwachen Soldaten der "United Nations Mission to Ethiopia and Eritrea" (UNEE) einen fragilen Frieden, während eine unabhängige Grenzkommission die Streitigkeiten beilegen soll.

Wirtschaft

Der Aussenhandel Äthiopiens besteht im wesentlichen aus dem Export von Kaffee. Deutschland ist der größte Importeur von äthiopischem Kaffee.

Kultur

Äthiopien blickt auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Es gilt nicht nur als die Wiege der Menschheit sondern auch als Ursprungsland des Kaffees. Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet es sich kulturell deutlich von den Staaten Schwarzafrikas. Dies äussert sich unter anderem in der Äthopischen Küche. Äthiopien hat eine eigene Zeitrechnung. Diese ähnelt dem Koptischen Kalender, ist ihm aber 276 Jahre voraus.

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07.01.2009