Die Türkische Küche hat eine lange Tradition, die auf eine einfache,
turkstämmige und nomadische Küche zurückgeht. So wurde früher fast
ausschließlich Schafsfett zum Kochen verwendet. Olivenöl ist erst seit
relativ kurzer Zeit im Gebrauch. Geprägt wurden die türkischen
Traditionsgerichte durch den engen Kontakt mit der indischen,
persischen und islamisch-arabischen Küche, sowie durch die
Kochtraditionen der Völker des Mittelmeerraumes und des Kaukasus. So
konnte sich bereits in historischer Zeit eine hohe Esskultur
entwickeln, die ihrerseits schon bald auf die griechische wie auch die
Balkanküche abgefärbt hat. Der wichtigste Beitrag zur
gesamteuropäischen Esskultur war sicherlich die Vermittlung der
Kaffeetradition (Mokka) aus dem arabischen Raum.
Entgegen der Legende hatte dies allerdings nichts mit der 2. Türkenbelagerung von Wien zu tun! Es gab schon lange vorher vereinzelt Kaffeehäuser in Europa. Auch im Istanbul der osmanischen Ära waren Kaffeehäuser schon regelrechte Literaten- und Intellektuellentreffpunkte. Der Kaffeegenuss war aus politischen Gründen sogar zeitweise verboten.
Soweit es die muslimischen Bevölkerungsteile betrifft, gelten - wie für alle Kochtraditionen im islamischen Raum - auch für die türkische grundsätzlich die Speisevorschriften des Islam von haram (verboten) und helal (erlaubt). Das Schächten, der Ramadan und das Zuckerfest Seker Bayram werden beachtet.
Für den europäischen Geschmack ist das türkische Essen oft zu stark gesalzen und überzuckert. Dies liegt teilweise daran, dass die Türken glauben, viel Zucker und Salz macht das Essen reichhaltiger. Es ist ratsam, Mahlzeiten mit den Hinweis "az sekerli" (wenig Zucker) und "az tuzlu" (mit wenig Salz) zu bestellen.
Das Frühstück - „Kahvalti" - besteht typischer Weise aus Weißbrot, Schafskäse, grünen und schwarzen Oliven, Tomaten, Gurken, Konfitüre und Schwarztee. Auch der Begriff Joghurt ist ein Beitrag der Türken zur Esskultur. Heute benutzt man diesen Namen weltweit für dieses Milchprodukt. Die Grundlage des türkischen Essens sind neben Milchprodukten und verschiedenen Gemüsen die aus Weizenmehl hergestellten Backwaren. „Ekmek" ist das gewöhnliche Weißbrot, "Pide" ein Fladenbrot, „Simit" die Sesambrezel. Als Manti werden Teigtaschen, ähnlich den italienischen Tortellini, bezeichnet. Außerdem gibt es sehr viele Variationen von Börek, d.h. dünnen Teigfladen mit verschiedenen Füllungen, wie Spinat, Schafskäse, Hackfleisch, Kartoffeln und grünen Linsen. „Pilav" wird entweder aus geschroteten Weizenkörnern (Bulgur) oder aus normalem Reis bereitet, der oft mit Butter gekocht wird.
Die meisten Restaurants unterscheiden sich nur im Preis. Dieser
richtet sich häufig eher nach der Dekoration des Lokals als an der
Schmackhaftigkeit der Gerichte. Da die Türkei jahrelangen
wirtschaftlichen Krisen ausgesetzt war, hat sich dort eine spezielle
Küche mit preiswerten und einfachen Standardgerichten entwickelt. Man
könnte diese auch als orientalisches Fast-Food bezeichnen, weil die
Gerichte sehr schnell serviert werden können. Überall an den
Straßenständen kann man schnell und billig einen Lahmacun, einen Dürüm
oder Döner essen. Ein Straßenstand kann deshalb auch aus einem Grill
und zwei Stühlen bestehen. Typische osmanische und regionale Lokale
findet man eher selten. Abwechslungsreiche Ausnahme sind die so
genannten Hausküchen (Ev Mutfak) wo Hausmannskost gekocht wird. Wegen
mangelnder Nachfrage kann man in der Türkei kaum europäische
Restaurants finden. Nur in einigen touristischen Komplexen hat man die
Chance, ausländische Mahlzeiten zu bekommen.
Weiterführende Links:
Türkischer Wein
Dont`s
| uwe/ 06